Basak Merev (voc/p), Jakob Jentgens (sax), Orest Filipov (sax) und Ben Miller (git) spielen in diesem interkulturellen Musikprojekt, traditionelle Volkslieder aus der Türkei, der Ukraine und Deutschland. Im Quartett entsteht ein musikalischer Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Weiterentwicklung, Dekonstruktion und Improvisation. Mit Einflüssen von Bill Frisell und Jakob Bro spiegelt Klang/Sound/Song die Vielfalt des Ruhrgebiets auf musikalischer Ebene wider.
Präsentiert vom JaKu Jazz und Kulturverein Essen e.V. Eintritt frei.
Gefördert von Alfred & Cläre Pott-Stiftung & Kulturstiftung Essen.
SCHWALBE
Sonntag 19. Juli 2026, 21:00 Uhr, Neue Musik Zentrale
Am 19. Juli 2026 läuft das WM-Finale in New York und die ganze Welt schaut zu... die ganze Welt? Nein! Ein von unbeugsamen Klangaktivisten bevölkertes Internet hört nicht auf, Widerstand zu leisten. SCHWALBE* entwickelt sowohl konkrete als auch digitale Räume als Experimentierfeld für eine kritische (Gegen-) Öffentlichkeit. Ziel ist Mega-Events am Beispiel der Fussballweltmeisterschaft 2026 künftig humaner und ökologischer zu denken. Das Projekt verbindet künstlerische Praxis und politische Bildung und soll den Ausgangspunkt einer demokratischen Community bilden, die Verantwortung trägt – im physischen genauso wie im digitalen Raum.
*Schwalbe nennt man im Fußball den Versuch eines Spielers, ein Foul vorzutäuschen, indem er sich im Zweikampf mit einem gegnerischen Spieler absichtlich fallen lässt. Spieler setzen das Manöver ein, wenn sie den regulären Angriff verloren glauben oder eine Verwarnung (ggf. Platzverweis) des Gegenspielers provozieren möchten.
**In der Nautik symbolisiert die Schwalbe Glück, die sichere Reise nach Hause und die Hoffnung auf einen Neubeginn.
Wo: Präsenzveranstaltung in der Traumathek Köln, dem Lichtturm Solingen und der Neuen Musik Zentrale Essen Onlineveranstaltung in Twitch, auf dem Kanal SCHWALBE26
Wann: Anpfiff um 21 Uhr MEZ, simultan zum WM-Finalspiel
Eintritt frei.
GNMR Residenzen 2026
Nils Mosh und Amit Buium sind unsere diesjährigen Residenzler*innen!
Im Rahmen der Residenz (Klangkunst) untersucht Nils Mosh per field recordings zusammen mit dem Fotograf Daniel Chatard in dem Langzeitprojekt „Equator of Inequality“ die sozioökonomische Fragmentierung des Ruhrgebiets entlang der Autobahn A40. Für die Zeit in der Neuen Musik Zentrale wird Mosh das umfangreiche Archiv aus seinen field recordings und narrativen Interviews kuratieren und kompositorisch aufarbeiten. Aus den selektierten Geräuschen wird er ein samplebasiertes Instrument bauen, bei dem die Fotografien Daniel Chatards für Besuchende interaktiv spielbar werden. Da mehrere Klangquellen gleichzeitig aktiviert werden können, entsteht ein unvorhersehbarer, vielschichtiger Dialog zwischen den Besuchenden. Die Installation wird so zum sozialen Raum, der zur Diskussion über urbane Ungleichheit anregt.
Nils Mosh ist ein Field Recordist und Klangkünstler, 1983 in der Nähe von Essen geboren. Seine künstlerische Praxis, die an der Schnittstelle von Dokumentation, Wissenschaft und Kunst angesiedelt ist, umfasst oft langfristige Projekte, die die akustische Umgebung seiner lokalen Umgebung untersuchen. Mosh dokumentiert akribisch das Zusammenspiel von Strukturen, Menschen und anderen Tieren, wobei er besonderes Ohrenmerk auf subtile gesellschaftliche und akustische Phänomene legt, die beim alltäglichen Hören oft verpasst werden.
Im Rahmen der Residenz (multimediale Komposition) untersucht Amit Buium Geschlechtsangleichung als ein langsamer Prozess der physischen, sozialen und spirituellen Bewegung von Entfremdung hin zu Zugehörigkeit. Das entstehende Stück erforscht den transformierenden Körper unter dem Einfluss geschlechtsangleichender Maßnahmen, die damit einhergehenden körperlichen Empfindungen und die sich stetig weiterentwickelnde Verbindung zwischen Körper und Geist.
Amit Buium, geboren 1998 in Israel, ist eine in Köln lebende Musikerin. Sie begann ihre musikalische Laufbahn als Gitarristin und Songwriterin und veröffentlicht seit ihrem 17. Lebensjahr Musik unter dem Alias Cherry Coloured. Sie studierte Komposition an der Jerusalem Academy of Music and Dance bei Talia Amar und Amnon Wolman und begann 2025 ihr Studium der Instrumentale Komposition an der Hochschule für Musik und Tanz Köln in der Klasse von Brigitta Muntendorf und Oxana Omelchuk. Sie war in verschiedenen musikalischen Projekten aktiv, darunter das experimentelle Singer-Songwriter-Trio Omek Ha'Aruba, die Post-Hardcore-Band ITAKO und diverse Free-Improvisationsprojekte.
Die Residenzen sind Teil des Projektes "Zentral im Quartier", ein Projekt im Rahmen des Programms Kreativ.Quartiere Ruhr, gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und umgesetzt vom Regionalverband Ruhr.
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